Social Media Conference

Am 5. und 6. Dezember 2011 fand die Social Media Conference im schönen Empire Riverside Hotel in Hamburg statt. Das Publikum, zur Überraschung des Autors zu mehr als 50% weiblich, war bunt gemischt. Ebenso die Vortragenden, die von Prof. Dr. Klemens Skibicki von Brain Injection mal gut, mal mittelmäßig erst angekündigt und abschließend befragt wurden. Da es eine Menge Redner gab, werde ich hier nur auf die für mich wichtigsten Vorträge eingehen.

Die Unternehmen müssen Ihre Silos einreißen.

Nico Lumma

Den Anfang machte Nico Lumma, nach eigenen Angaben seit 1995 bis auf zwei Wochen Kreuzfahrt nicht mehr offline, von Scholz & Friends mit dem Thema Social Media zwischen Anspruch und Wirklichkeit, dessen Quintessenz, es müssen Silos eingerissen werden, von vielen weiteren Rednern aufgegriffen aber nicht immer geteilt wurde.

Produkte, die auf unserer Website keine Bewertung haben, verkaufen sich schlechter als Produkte mit negativer Bewertung.

Michael Buck

Der für mich interessanteste Beitrag war der von Michael Buck von Dell. Buck bewies, dass Social Media nicht nur externe sondern vor allem auch eine interne Kommunikation bedeutet. Dell setzt auf User Generated Content auf der eigenen Website, der den hauseigenen Content weit übertrifft. Die Kundenzufriedenheit bei dem amerikanischen Computerbauer ist extrem hoch, da Dell nicht nur auf eine einseitige Kommunikation setzt, sondern sich mit seinen Kunden und Interessenten auf Augenhöhe austauscht. Dadurch schafft Dell Vertrauen. Eines der wichtigsten Ziele im Social Media Marketing.

Von den weiteren Rednern überzeugte vor allem Matthias Kröner, Vorstand der Fidor Bank. Erfrischend und durchaus mit komödiantischem Talent stellte er das Konzept seiner Bank vor und erzeugte auf der Twitterwall spontane Liebesschwüre: “Matthias, ich will ein Konto von Dir!”. Ansonsten gab es am ersten Tag noch einen sympathischen Rechtsanwalt, den hundertsten Versuch, die VZ-Netzwerke zu retten und Tipps zum Social Shopping.

Für uns ist natürlich vor allem das Thema B2B-Kommunikation interessant, sodass wir am zweiten Tag den Erfahrungen Michael Schreiber von der Festool GmbH lauschen konnten. Die Festool GmbH stellt hochwertige Werkzeuge her, die vor allem an kleine und mittelständische Unternehmen verkauft werden. Mit Hilfe von Facebook entsteht eine Kommunikation mit den Kunden der Festool, die beweist, dass B2B-Kommunikation über soziale Netzwerke nicht nur funktioniert sondern auch profitabel sein kann.

Und wie hilft das nun den Autohäusern?

Der ROI von Social Media ist, dass Ihr Unternehmen in fünf Jahren noch existiert.

Richard Brenkley

Die gesamte Automobilbranche, vom Hersteller bis zum Servicebetrieb können in Sachen Social Media noch eine Menge lernen. Das mag zum Einen am Alter der Branche liegen, zum Anderen an der Tatsache, dass Autohäuser in der Regel streng hierarchisch organisiert sind. Mir begegnen heute noch Autohäuser, die nicht auf eMailanfragen reagieren, da sie der Überzeugung sind, dass jemand anruft, wenn er sich für ein Auto interessiert. Dumm nur, dass die meisten Konsumenten dann im Internet surfen, wenn Autohäuser geschlossen haben.

Sicherlich können in einem Autohaus nicht sofort alle Silos eingerissen werden. Trotzdem muss sich auch im Selbstverständnis der Automobilhändler etwas ändern. Das beginnt vor allem in der internen Kommunikation und endet mit der fairen Diskussion mit dem Kunden. Wer hier schnell neue Trends erkennt und sich den neuen Medien öffnet, wird erfolgreicher sein als andere in einer durchaus schwerfälligen Branche.

3 Kommentare

  • Hallo, danke für das freundliche Feedback- die Autobranche und speziell der Vertrieb/ Service hat unglaubliches Potential für ein ganzheitlich gelebtes Kundenverständnis- vom Hersteller zu den Vertriebspartnern. Ich bin mir sicher, daß die Autoindustrie sich durch Social Media neu erfinden kann und dies hat primär nichts mit der eigentlichen Marke zu tun.

  • “If you can’t beat them, join them” sagen die Engländer. Dass Autohändler mit teurem showroom und Personal dem Internet der “Schnäppchenjäger” skeptisch gegenüberstehen ist normal. Aber es führt kein Weg daran vorbei: gerade im Internet müssen und können sie darstellen, warum ein Besuch dennoch lohnt und wozu Kauf und Service im Haus statt im Netz für den Kunden Vorteile bieten können. Wer das nicht kommunizieren kann, der kann immer weniger überzeugen.

  • Ich denke Social Media ist in den Autohäusern bislang eher als Begriff angekommen und weniger als erkannte Chance zur Kundenkommunikation. Die Verantwortlichen wissen um Facebook, Twitter & Co. und auch, dass es wichtig ist dabei zu sein. Doch den Mehrwert, den dieses interaktive Kommunikationsmittel für Kunden und Unternehmen bietet, hat sich bis dato noch den wenigsten erschlossen. Die Betonung liegt auf “noch”, denn es ist den Autohäusern natürlich wichtig, ihre Kunden zu erreichen. Die Art wie wir uns der Welt mitteilen und an ihr teilhaben, hat sich durch das Web 2.0 nachhaltig verändert. Es liegt also auf der Hand, dass man die Kunden dort erreicht muss, wo sie posten, teilen und liken.

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